Mit dem gemeinsam vom MASGF und der QgP veranstalteten Pflegekongress 2008 in Cottbus ist die Pflegeinitiative des Landes Brandenburg zu ende gegangen.
Sozialministerin Dagmar Ziegler hat ein überaus positives Fazit der "Pflegeinitiative Brandenburg" gezogen. Die anderthalb Jahre währende Kampagne unter dem Titel "Später beginnt jetzt" habe die Wahrnehmung des einstigen Tabuthemas Pflege nachhaltig verändert, sagte Ziegler am Mittwoch zu Beginn eines zweitägigen Pflegekongresses in Cottbus. Die Veranstaltung schließt die am 21. Juni 2007 gestartete Initiative ab.
Die Ministerin hob hervor, zahlreiche Partner hätten sich mit insgesamt 114 Projekten an der Pflegeinitiative beteiligt. Dabei sei es sowohl um Aus- und Weiterbildung im Bereich Pflege und Betreuung gegangen, als auch um die Sicherung der Qualität oder die Stärkung der gesellschaftlichen Verantwortung. Besonders herausragende Projekte seien die Schaffung eines landesweiten Beratungstelefons "Pflege in Not", die Erarbeitung von Tiertherapien für Demenzkranke oder der Aufbau von Freiwilligendiensten gewesen.
Landesweit gebe es mittlerweile etliche Beispiele dafür, dass professionell Pflegende, pflegende Angehörige und freiwillig Engagierte besser als bisher zusammenarbeiten. Tausende Brandenburgerinnen und Brandenburger hätten sich durch die Projekte der Pflegeinitiative in den vergangenen anderthalb Jahren intensiver mit der Frage beschäftigt, wie sie selbst im Alter leben wollen. Allein die Tatsache, dass damit ein lange an den Rand gedrängter Teil des Lebens mehr und mehr ins öffentliche Bewusstsein rücke, sei ein überaus positiver Effekt der Kampagne. Ziegler betonte: "Die Pflegeinitiative war eine lange Phase intensiver Arbeit, eine Phase der Kommunikation und des Transports von Ideen und neuen Ansätzen in der Pflege. Ich bin optimistisch, dass wir diesen Schwung in die vor uns liegende Arbeit mitnehmen können."
Die Ministerin sagte weiter, die Zahl der über 80-Jährigen in Brandenburg werde sich in den nächsten Jahren von rund 99.000 (2006) auf rund 208.000 Frauen und Männer im Jahr 2030 mehr als verdoppeln. Sie alle wollten ihr Alter möglichst ohne Einschränkungen der Lebensqualität genießen. Die Chance für einen über 80-Jährigen, von seinen Angehörigen in der häuslichen Umgebung gepflegt zu werden, werde jedoch nicht zuletzt auf Grund der demografischen Entwicklung in 10 bis 15 Jahren nicht einmal mehr halb so groß sein wie heute. "Die Leistungen der Pflegeversicherung allein werden dieser enormen Herausforderung nicht mehr gerecht werden. Hinzu kommen muss neben dem Engagement Angehöriger und Ehrenamtlicher eine breite gesellschaftliche Debatte darüber, wie wir im Alter leben wollen", unterstrich die Sozialministerin.
Eine ungekürzte Fassung der Reden als PDF finden Sie am Ende des Artikels.
Der Vorsitzende der Qualitätsgemeinschaft Pflege und der LIGA der Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege, Andreas Kaczynski, sagte: "Wir blicken heute auch auf zehn Jahre Qualitätsgemeinschaft zurück - ein Zusammenschluss von aktuell 140 Einrichtungen und Diensten, der sich bewährt hat. Die Qualitätsgemeinschaft Pflege hat einen wichtigen Anteil an der Verbesserung der Pflegesituation im Land. In Zukunft wird es mehr denn je darauf ankommen, diese Qualität im Sinne eines verbesserten Verbraucherschutzes erlebbar, fühlbar und nachprüfbar für Angehörige und zukünftige Bewohner zu machen. Notwendige Bedingung für dieses Bemühen bleibt allerdings eine angemessene und auskömmliche Finanzierung von Pflege und eine Aufwertung des Pflegeberufes. Nur so werden wir auch zukünftig engagierte und versierte Menschen für diese schwere Aufgabe finden."
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Erstmals vergeben wurde auf dem Kongress in Cottbus der "Innovationspreis Pflege" des Landes Brandenburg. Dafür waren in den vergangenen Monaten insgesamt 35 Bewerbungen eingereicht worden. Die drei vergebenen Preise sind verbunden mit Preisgeldern von 1.000, 2.000 beziehungsweise 3.000 Euro.